Tanz mit und für Flüchtlinge am 17.11.17

♥♥♥ BongDaCity geht in die dritte Runde. Welcome Nekane! ♥♥♥

Du willst feiern und was Gutes tun. Dann komm vorbei. Tanz mit und für Flüchtlinge im Treibhaus.

Gleichzeitig feiern wir, dass Nekane frei ist. Unsere Organisation freut sich, Nekane in Luzern willkommen zu heissen!

Ab 19:00 Uhr gibt es für alle afghanisches und syrisches Essen. Die Party startet anschliessend um 22:00 Uhr.

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Eintritt: 15.-
Einnahmen gehen an Education for Integration.
Das Projekt Education for Integration bietet im Asylzentrum Rothenburg Deutschkurse an. Momentan ist das Durchführen von Deutschkursen in weiteren Asylzentren in Planung. Weiter werden mit Asylsuchenden Aktivitäten wie zb. Sportveranstaltungen durchgeführt und ihnen Deutschbücher, Sportmaterial und auch Musikinstrumente zur Verfügung gestellt.
Bist du auch interessiert Deutschkurse zu geben? Dann melde dich als Freiwilliger bei educationforintegration@gmail.com.
https://educationforintegration.wordpress.com/
https://www.facebook.com/EducatiotasAkey/?ref=br_rs

Hangover-Jam mischt nun schon seit acht Jahren in der lokalen Zürcher Musikszene mit. Ihre Musik verbindet Elemente aus Reggae, Rock und Pop zu einem eigenen Sound. Die Band lebt vor allem auf der Bühne. Während ihren Shows ist vieles möglich, eine spontane Verlängerung eines Liedes führt zu improvisierten Sprachgesänge, ein Typ aus dem Publikum steht plötzlich auf der Bühne und rappt auf Französisch, ein Lied entsteht spontan auf eine völlig neue Art.

https://www.facebook.com/pg/HangoverJam/about/?ref=page_internal

Ruedi3000: Ein Drama um Freiheit und Kontrollverlust kondensiert am kühlen Sixpack Tell-Bier, handelt von subversiven Gesprächen in nassen Wiesen, wird erzählt von lallenden Zungen vor Luxustempeln. Nach 2 Jahren Bandgeschichte tragen Ruedi3000, Toni Tell und Alfons Chöbel ihren Strassenpunk und ihre Liebe für Tell-Bier auch in das Treibhaus. Freunde des Abriss-Punks kommen hier auf die Kosten, wobei bei den drei Herren nie ganz klar ist, ob ihr Sound schon Agitation oder reine Feierei ist.
https://www.facebook.com/saufenperron14/?fref=ts

Last but not least könnt ihr zu den DJs Leila Moon und Prof. Anemelos das Tanzbein schwingen lassen.

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19:00 Uhr: Essen
22:00 Uhr: Hangover-Jam
23:00 Uhr: Ruedi3000 und die Einkaufstüten
01:00 Uhr: Afterparty mit Leila Moon und Prof. Anemelos

Amnesty International meets Reformierte Kirche Stans

Was als ein Versuch des gegenseitigen Kennenlernens und der Begegnung geplant war, wurde zu einem schönen Erfolg: Die reformierte Pfarrerin Silke Petermann-von Grünigen in Stans öffnete am Sonntag 8. Oktober 2017 um 10.00 Uhr weit „ihre“ Kirchentüre, nachdem wir sie anfragt hatten, ob Amnesty International im Rahmen eines Gottesdienstes zum Thema Menschenrechte mitwirken dürfe.

Zufällig sollte im Rahmen des Gottesdienstes auch ein kleiner Bub getauft werden. Wir zählten an die 40 Besucherinnen und Besucher, die sich nach einer wunderschönen Tauffeier gerne als Einführung zum Thema über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 informieren liessen.

Silke Petermann-von Grünigen nahm danach die Seligpreisungen im Matthäusevangelium, Kapitel 5 zum Anlass für eine aufrüttelnde Predigt und schloss mit dem ungewöhnlichen Eingeständnis, welches hier aus dem Gedächtnis zitiert sei: „Oft wird man/frau für dumm gehalten, wenn wir an Gerechtigkeit glauben, uns danach sehnen und uns für sie einsetzen – nun, dafür ich bin gerne dumm!“

Fürbitten schlossen sich an die Predigt an: Für Frauen und Männer, die ohne Anklage und ohne einen fairen Prozess gefangen gehalten werden. Für das Wachpersonal und die Soldatinnen und Soldaten (… dass sie ihre eigene Frustration und ihre Sinnkrisen nicht in aggressiver Form an den Gefangenen auslassen.) Für Menschen aus anderen Kulturen, für Fremde und ausgegrenzte Geflüchtete. Für populistische Politikerinnen und Politiker überall auf dieser Welt. Für uns alle.

Die ausgewählten Lieder griffen unser Anliegen „Menschenrechte – ein christliches Thema“ musikalisch auf. Ursula Sulzer-Scherrer begleitete einfühlsam an der Orgel.

Die Kollekte ging – was schon zu Jahresbeginn im Pfarrkonvent und im Kirchenrat beschlossen worden war–  an die Organisation „ACAT-Schweiz – Für eine Welt frei von Folter und Todesstrafe“.

Alles in allem lebte der Gottesdienst von einer sehr freundlichen Atmosphäre und einer eindringlichen Botschaft. Das im Anschluss an den Gottesdienst angebotene Kirchencafé gab uns Gelegenheit, die Gäste auf aktuelle Flyer und Informationsbroschüren von Amnesty International hinzuweisen und sie auf die Dublin-Petition hin anzusprechen: 15 Personen gaben selbstverständlich ihre Unterschrift. Drei Gäste kauften eine Kerze, eine vierte wurde dem kleinen Täufling geschenkt – und die Eltern freuten sich sehr.

Es war der erste, aber nicht der letzte Anlass von Amnesty International in der Reformierten Kirche Stans: Silke Petermann-von Grünigen hat uns eingeladen, am Samstag, 9. Dezember 2017, abends um 18.00 Uhr, nach unserer Aktion „Friedenstübeli“ in Luzern, bei einer Andacht mitzuwirken.

Danke an alle Beteiligten!

Für die Gruppe Amnesty International Luzern: Anette Lippeck

Dublin-Appell: Verletzliche Flüchtlinge schützen

Die Schweizer Asylbehörden trennen Familien, reissen Kinder aus ihrer Schulklasse und unterbrechen die Behandlung von Kranken, damit ein anderes Land ihre Asylgesuche behandelt. Fordern Sie den Bundesrat und die Kantonsregierungen auf, die strikte Anwendung der Dublin-Verordnung nicht länger vor die Menschenrechte der Flüchtlinge zu stellen!

Hier finden Sie zusätzliche Informationen swoe die Möglichkeit den Appell online zu unterzeichnen.

Unter diesem Link können Sie den Unterschriftenbogen herunterladen, ausdrucken und in Ihrem Bekanntenkreis weitere Unterschriften sammeln. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz für die Menschenrechte.

Die Dublin-Verordnung umfasst ausdrücklich eine spezielle Klausel: Jeder Mitgliedstaat hat die Freiheit, ein eingereichtes Asylgesuch aus humanitären Gründen und in Härtefällen selber zu behandeln – auch dann, wenn nach Dublin-Kriterien ein anderes Land zuständig wäre.

Die Schweiz muss diesen humanitären Spielraum vermehrt nutzen und Asylgesuche, von Personen, die aus einem anderen europäischen Land in die Schweiz eingereist sind, selber behandeln, wenn:

  • es sich um Familien / Alleinerziehende mit Kleinkindern oder Kindern im Schulalter handelt,
  • medizinische Probleme eine regelmässige Behandlung erfordern,
  • die Betroffenen in der Schweiz wohnhafte Familienangehörige haben,
  • andere aussergewöhnliche Umstände und humanitäre Gründe vorliegen.

Es geht dabei nicht allein um die Menschenrechte von Flüchtlingen und um den Schutz besonders verletzlicher Personen, sondern auch um Solidarität mit Ländern wie Italien, die an den Aussengrenzen Europas liegen und aufgrund dessen mit viel mehr Asylgesuchen als die Schweiz konfroniert sind.

Gerechtigkeit nicht in Aristoteles, sondern Erdogans Staat

Ibrahim aus unserer Gruppe hat folgenden Text geschrieben:

adalet

Es gab früher in Grossbritannien eine Tradition. Wenn einnormaler Bürger starb, klingelte die Kirchenglocke einmal, wenn es sich um Adlige handelte, zweimal, wenn es sich um jemand aus der Königsfamilie handelte, dreimal und wenn es sich um den König selbst handelte, klingelte die Kirchenglocke viermal. An einem Tag wurde eine Person von einem Gericht ungerecht verurteilt, daraufhin klingelte die Kirchenglocke fünfmal. Die Menschen sind neugierig zum Pfarrer gegangen und haben gefragt, wer diese Person sei, die wichtiger als der König ist? Der Pfarrer antwortete: „Es gibt etwas, was wichtiger als der König ist. Die Gerechtigkeit, die stirbt.“

Wenn ich zurzeit die Zeitungen aus der Türkei lese, wo die Partei der Gerechtigkeit (AKP) an der Macht ist, sehe ich, dass oft von Gerechtigkeit (Adalet) die Rede ist. Aktivitäten für Gerechtigkeit werden sowohl von Oppositionellen als auch von Aktivist/innen organisiert. Deswegen machte ich mir Gedanken, warum der Begriff den Alltag so stark prägt, obwohl so viele andere Probleme existieren. Ich denke, so wie der Pfarrer gesagt hat, ist die Gerechtigkeit entweder tot oder sie liegt im Sterben. Weil wir schon beim Thema Gerechtigkeit sind, wollte ich kurz schauen, was Aristoteles darüber denkt. Er meint, dass die Gerechtigkeit die ganze und vollkommene Tugend sei, dass sie alle Einzeltugenden umfasse und in der Befolgung der Gesetze bestehe. Im Vergleich zu Platon sieht er Gerechtigkeit nicht als etwas Abstraktes, sondern etwas Erreichbares und Menschliches an. Er geht davon aus, dass die Menschen fähig seien, zwischen gerecht sein und ungerecht sein zu unterscheiden. Seiner Meinung nach heisst ungerecht sein gesetzwidrig, unersättlich und ungleich sein. Und wer sich an die Gesetze nicht hält und immer mehr haben möchte, verursache selbst Ungerechtigkeit (Wikipedia).

Während ich die Erklärung von Aristoteles las, dachte ich mir, wenn die Gesetze bestimmen, ob jemand gerecht oder ungerecht ist, dann können die Regierungen Gesetze so anpassen, damit sie kein schlechtes Gewissen haben, weil sie Ungerechtigkeit verursacht haben. Was machen wir nun, wenn die Gesetzgeber selber ungerechte Gesetze schreiben oder sie ungerecht interpretieren? Es tut mir leid lieber Aristoteles, aber leider sind nicht alle Gesetze gerecht und menschlich und ich glaube nicht, dass alle Staaten mit deiner Definition einverstanden sind – Erdogans Staat sowieso nicht.

Das Land ist weltweit das grösste Gefängnis für Journalisten, Politiker/innen, Menschenrechtenaktivisten/innen geworden. Wenn man die Gerichtsprozesse beobachtet, ähneln sie einer Tragikomödie. Aber Erdogan glaubt, dass all diese Menschen in den Gefängnissen und im Exil ungerecht gehandelt haben. Es wird somit deutlich, dass er ein anderes Verständnis von Gerechtigkeit besitzt. Der Chef der „Partei der Gerechtigkeit“ hat das grösste Gerichtsgebäude in Istanbul gebaut, welches ironischerweise „Gerechtigskeitschloss“ heisst, damit die Gerechtigkeit im Land herrschen kann.  In jedem Gerichtssaal hängt zudem folgender Spruch von Atatürk/Ömer: „Die Gerechtigkeit ist das Fundament des Staates “.

Die Gerechtigkeit war in der Türkei immer ein Thema, aber tragisch ist, dass sie von jedem Akteur zu seinen Gunsten interpretiert wird und er nicht davor zurückschreckt, diese auf Kosten der Menschenrechte durchzusetzen. Jetzt will der Staatschef Erdogan nicht nur die Todesstrafe wiedereinführen, sondern auch einheitliche Kleider für die politischen Gefangenen, die er als Terroristen ansieht – diese Bilder erinnern uns an die Gefangenen in Guantanamo mit ihrer orangenen Kleidung.

Lieber Aristoteles, jeder Mensch verdient, gerecht behandelt zu werden – sogar Erdogan, der wegen eines Gedichtes für zwei Monate im Gefängnis war und für dessen Freilassung sich damals Amnesty eingesetzt hat.

Solange die Menschen für Gerechtigkeit für alle und die Einhaltung der Menschenrechte kämpfen, ist die Hoffnung noch nicht gestorben, dass einmal die Gerechtigkeit in eine moderne und offene Türkei Einzug halten wird. Den Preis für diesen Kampf kennen wir als Menschenrechtaktivist/innen allerdings.

Ibrahim Akoezel-Bussmann

Aktionswoche Asyl: Integration auf der Bühne mit dem FutStep Theater

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Am Samstag 1. Juli 2017, im Rahmen der Aktionswoche Asyl, um 17:00 – 17:45 Uhr in der Sommer Box vor dem Theater Luzern, präsentiert das FutStep Theater ihr neues Stück über «Angst». Die Amnesty International Gruppe Luzern freut sich auf die interkulturelle Theatergruppe und zahlreiches erscheinen.

Angst vor dem Fremden, Angst vor der Verantwortung, Angst vor der Dunkelheit…

Jeder Mensch hat Ängste. Doch diese sind oft nicht real. Sie sind ein Produkt unser eigenen Gedanken. Gefahr ist aber real und bringt Menschen dazu ihr zu Hause zu verlassen und zu fliehen. Zu fliehen in ein anderes Land, mit anderen Menschen, mit anderen Ängsten.

Angst vor den Fremden anderen Menschen, Angst vor der Veränderung, Angst vor dem was vielleicht kommen mag. Doch alle diese Ängste beruhen auf Gegenseitigkeit.

Impressionen von vergangenen Vorstellungen:


Zum Facebook-Event geht es hier lang: 

https://www.facebook.com/events/1503776926319965

 

29. April 2017 – Zum 30. Mal der „Weg der Menschenrechte“

UnbenanntVier junge Leute aus dem Haus der Jugend und der Menschenrechtsgruppe des Gymnasiums Immensee berichten über ihre Freizeitaktivitäten, ihre Berufswünsche und ihre Zukunftsträume. … Ein als Jugendlicher aus einem westafrikanischen Land geflüchteter junger Mann erzählt, wie er schon mehrfach eine Lehrstelle hätte haben können, aber die Behörden ihm die Bewilligung verweigern. Und dass er mit Französisch als Muttersprache bei seiner Einreise in die Schweiz einem deutschsprachigen Kanton zugewiesen worden sei. … Eine Studierende der Hochschule Luzern für Soziale Arbeit (HSLU) stellt das Pilotprojekt  „Patenschaft für Flüchtlingskinder“ vor, das im Auftrag der Caritas Schweiz im Kanton Schwyz realisiert wird: Sie und ihre Teamkollegin vermitteln und begleiten verbindliche und längerfristige persönliche Patenschaften für unbegleitete Kinder und Jugendliche. … Eine aus Syrien geflohene Menschenrechtsaktivistin berichtet über kaum zu ertragende Zustände in ihrer Heimat und dass sie ihre inzwischen erwachsene Tochter nicht in die Schweiz holen darf.

Das waren die vier Marschhalt-Posten auf dem „Weg der Menschenrechte“ vom Missionshaus Bethlehem Immensee zum RomeroHaus in Luzern. Etwa siebzig Mitwandernde lernten in Kurzinterviews und Minireferaten unterschiedliche Facetten der Situation von Menschen kennen, die aus krisengeschüttelten Ländern in die Schweiz geflüchtet sind. Die Zuhörenden schwiegen betroffen und nachdenklich, durften erleichtert aufatmen oder kämpften auch schon mal bestürzt mit den Tränen.

„Und warum bist du dabei? Warum engagieren Sie sich für Menschenrechte?“ wurden die Teilnehmenden auf den Wegstrecken von jungen Mitwanderenden befragt, die sich ihrerseits schon für ein Hospitationspraktikum in Lateinamerika, Afrika oder Asien (HOPLAA) verpflichtet hatten. Die Antworten der Teilnehmenden  – so vielfältig sie waren – hatten einen gemeinsamen Nenner, wie ein Riesenpuzzle beim Abschluss im RomeroHaus aufzeigte: Ein leidenschaftliches Engagement für eine gerechtere Welt.

Die Veranstalter und Organisatoren – COMUNDO im RomeroHaus Luzern und Amnesty International Gruppe Luzern sowie die ehemalige Gruppe Amnesty International Immensee – danken allen teilnehmenden und unterstützenden Personen herzlich für ihr tatkräftiges Mitwirken, für viele motivierende Gespräche und ein freundschaftliches Miteinander auf der Wanderung – für die Menschenrechte!

Für den Bericht: Anette Lippeck, Amnesty International Gruppe Luzern

Todesstrafe

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Ein Text von Lothar aus unserer Gruppe:

Während die Todesstrafe weltweit seit 1945 in immer weniger Staaten praktiziert wird, scheint es gerade in den noch immer praktizierenden Staaten eine Gegenbewegung zu geben. So war gerade erst im veröffentlichten Amnesty International Jahresbericht zu lesen, dass die Zahl der registrierten Hinrichtungen zwar von 2015 auf 2016 von 1634 auf 1032 sank. Trotzdem werden wieder deutlich mehr Todesurteile ausgesprochen. 2015 waren es 1998, im Jahr 2016 aber wieder 3117. Der Anstieg geht nun vor allem von einigen afrikanischen Staaten wie Nigeria, Kamerun, Somalia oder Sambia aus. Iran, Irak, Saudi-Arabien und Pakistan vollzogen 2016 die meisten registrierten Hinrichtungen – wobei diese in Pakistan erst 2014 erneut eingeführt worden ist. Die meisten vollstreckten Todesurteile werden zur Zeit aber wahrscheinlich in Asien ausgeübt werden. Verschiedene Schätzungen gehen bei China in die tausende pro Jahr, auch Vietnam wird hier immer wieder kritisiert. Verlässliche Zahlen aus China oder Vietnam gibt es nicht. Öffentlichkeit, aber auch Angehörige bleiben oft bewusst uninformiert. Als einzigstes europäisches Land hält die weissrussische Diktatur ebenfalls daran fest.

Von den praktizierenden Ländern werden die Abschaffung der Todesstrafe, wie auch die Menschenrechte im allgemeinen, gerade von autoritären Regimen zunehmend als rein westliche bzw. europäische Sichtweise interpretiert und darum dann als illegitime Einmischung in die Souverainität oder Bevormundung dargestellt. Mit bewusster medienwirksamer Provokation wird das Thema so aber auch politisch zur eigenen Abkapselung verkauft, da Hinrichtungen heutzutage in Europa weitgehend als fast mittelalterlich-barbarisches Instrument gelten.

Die Todesstrafe wird begründet mit ihrer generell abschreckenden Wirkung, welche heute sehr angezweifelt wird – oder aber auch der Schwere einer begangenen Tat. Deren moralische Rechtfertigung einer zusätzlichen Tötung und dem Leid etwaiger Angehöriger ebenfalls zweifelhaft erscheint. Abgesehen von Irrtümern, Ungleichbehandlung bei der Urteilssprache gegenüber Rasse, Etnie oder Religion; oder gar dem Zustandekommen eines solchen Urteils durch unfaire Verfahren, offenbaren gerade die Anwendung der Todesstrafe, wie auch die Einschränkung von Menschenrechten oder Pressefreiheit grundsätzliche Misstände einer Politik oder eines Staates. Dessen grundlegende Instabilität und oft auch Überforderung eines Regimes.

Es bleibt immer noch viel zu tun im Kampf gegen die Todesstrafe bei Staaten welche diese aus historischen Gründen bisher nicht abgelegt haben. Gegen ihre Wiedereinführung, gerade wenn durch die Diskussion etwa in der Türkei banalisierend damit provoziert wird, oder gar dafür demnächst geworben werden sollte.

Weitere Informationen:

https://www.welt.de/politik/ausland/article163606516/Vier-Laender-verantworten-90-Prozent-der-Hinrichtungen.htmlhttps://todesstrafe-nachrichten.jimdo.com/archiv-suche/april-2017/https://todesstrafe-nachrichten.jimdo.com/

 

Generalversammlung 2017 Amnesty International Schweiz

ae289328-26d0-454f-829d-24192f425bfa.jpegDie Generalversammlung von Amnesty International Schweiz hat in Basel am 22.04.2017 / 23.04.2017 stattgefunden. Hauptthema der diesjährigen Generalversammlung war der Appell gegen die sture Anwendung der Dublin-Verordnung.

Mehr Informationen und die Möglichkeit den Appell zu unterzeichnet findet man hier:

https://www.dublin-appell.ch/de/

Zudem hat sich Amnesty Schweiz für die Freilassung von inhaftierten Medienschaffenden in der Türkei ausgesprochen. Die Türkei hält den Rekord bei der Einschränkung der Pressefreiheit. Seit dem verhängen des Ausnahmezustandes wurden mehr als 120 Journalisten, Herausgeber und andere Medienangestellte in Gefängnisse gesteckt.

Ausserdem forderten die Aktivistinnen und Aktivisten ein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz der Rechte von LGBTI* in der Schweiz.

Mehr Informationen zur Generalversammlung gibt es hier: www.amnesty.ch

RomeroTag 2017: «El Salvador – 25 Jahre nach dem Bürgerkrieg»

Dieses Jahr wäre Oscar Romero 100 Jahre alt geworden. COMUNDO führt die RomeroTage alljährlich im Gedenken an seinen Todestag, dem 24. März 1980, durch. Mitglieder der Amnesty Luzern Gruppe haben den Anlass am 24.03.2017 besucht und schreiben über das erlebte in diesem Blogpost.

Zu Beginn gab es ein Impulsreferat von David Morales zum Thema: Der stetige Kampf um Demokratisierung, Gerechtigkeit und Frieden. Am Beispiel von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero.

Anschliessend fanden zwei Foren statt. Eines davon widmete sich dem Thema:“Die vergessenen Flüchtlinge aus El Salvador.“ Geleitet wurde dieses von Annika Salmi, Koordinatorin Zentralamerika bei der Schweizer Selktion von Amnesty International.

Die Unfähigkeit der Staaten am nördlichen Dreieck (El Salvador, Honduras und Guatemala), die schnelle Ausbreitung der Banden und ihre Kontrolle über ganze Landstriche zu stoppen, gekoppelt mit der Mitwirkung von Übergriffen durch häufig korrupte Sicherheitskräfte, überlässt die Menschen ungeschützt der Gewalt. Nicht nur ihr Leben und ihre Sicherheit sind bedroht, sondern auch andere Menschenrechte werden verletzt, wie das Recht auf Freizügigkeit und auf Bildung

Mehr Informationen zu El-Salvador sind auf der Webseite der El Salvador Koordinationsgruppe von Amnesty International Deutschland abrufbar.
Unter diesem Link kann der Amnesty Zentralamerika-Alert mit den neusten Beiträgen zur Region abonniert weden.

Ein weiteres Thema welches behandelt wurde waren die «Maras». Dazu gibt es auf Arte eine Reportage welche erklärt wie die Maras an die Macht wollen. Viele Maras Gang-Mitglieder sind während des Bürgerkrieges in die USA migriert. Nun kehren sie nach El Salvador zurück und treiben dort ihr Unwesen.

Menschenrechte in Äthiopien

Das Horn Afrikas, Hungersnot von 1984 im Norden und der Langstreckenläufer Haile Gebrselassie. Dies alles und natürlich noch vieles mehr, assoziert ein Reisender der sich auf den Weg von Europa nach Äthiopien macht.

Die Schönheit der Natur wurde erst vor Ort entdeckt und wird plakativ im folgenden Bild dargestellt:

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Aussicht auf das Tal unter Lalibella

Menschenrechte sind jedoch ein frommer Wunsch der Bevölkerung. Immer wieder werden Menschen die sich gegen grosse Konzerne und Organisationen stellen und für die Bevölkerung kämpfen inhaftiert. So geschehen in diesem Jahr im März, die NZZ hat darüber einen Bericht veröffentlicht. Bei der Fahrt über holprige Pisten in den Süden, sah man am Strassenrand tatsächlich Tulpen- und Erdbeerenplantagen. In einem Land wo die Wasserknappheit enorm und der Hunger gross ist scheint dies ein grosses Paradoxon zu sein.

Der Reisende selber merkt dies beispielsweise weil gängige Social Media nicht funktionieren. Twitter und Facebook wurden gesperrt. Whatsapp funktionierte nur teilweise. Der Staat sperrt diese Dienste um wohl Versammlungen zu verhindern.

Jedoch leidet wie im oben erwähnten Artikel auch die Entwicklungshilfe unter diesen Massnahmen.

Für Reisende jedoch hält das Land viele Überraschungen bereit. Die Freundlichkeit der Menschen, die Dankbarkeit und die Hilfsbereitschaft ist enorm dies muss an dieser Stelle festgehalten werden.

Mehr Macht den Menschen in Äthiopien, grössere Kommunen und eine bessere Organisation in den Dörfern. Dies wünscht man sich für dieses wunderschöne Land in Afrika.