Aktionswoche Asyl: Integration auf der Bühne mit dem FutStep Theater

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Am Samstag 1. Juli 2017, im Rahmen der Aktionswoche Asyl, um 17:00 – 17:45 Uhr in der Sommer Box vor dem Theater Luzern, präsentiert das FutStep Theater ihr neues Stück über «Angst». Die Amnesty International Gruppe Luzern freut sich auf die interkulturelle Theatergruppe und zahlreiches erscheinen.

Angst vor dem Fremden, Angst vor der Verantwortung, Angst vor der Dunkelheit…

Jeder Mensch hat Ängste. Doch diese sind oft nicht real. Sie sind ein Produkt unser eigenen Gedanken. Gefahr ist aber real und bringt Menschen dazu ihr zu Hause zu verlassen und zu fliehen. Zu fliehen in ein anderes Land, mit anderen Menschen, mit anderen Ängsten.

Angst vor den Fremden anderen Menschen, Angst vor der Veränderung, Angst vor dem was vielleicht kommen mag. Doch alle diese Ängste beruhen auf Gegenseitigkeit.

Impressionen von vergangenen Vorstellungen:


Zum Facebook-Event geht es hier lang: 

https://www.facebook.com/events/1503776926319965

 

29. April 2017 – Zum 30. Mal der „Weg der Menschenrechte“

UnbenanntVier junge Leute aus dem Haus der Jugend und der Menschenrechtsgruppe des Gymnasiums Immensee berichten über ihre Freizeitaktivitäten, ihre Berufswünsche und ihre Zukunftsträume. … Ein als Jugendlicher aus einem westafrikanischen Land geflüchteter junger Mann erzählt, wie er schon mehrfach eine Lehrstelle hätte haben können, aber die Behörden ihm die Bewilligung verweigern. Und dass er mit Französisch als Muttersprache bei seiner Einreise in die Schweiz einem deutschsprachigen Kanton zugewiesen worden sei. … Eine Studierende der Hochschule Luzern für Soziale Arbeit (HSLU) stellt das Pilotprojekt  „Patenschaft für Flüchtlingskinder“ vor, das im Auftrag der Caritas Schweiz im Kanton Schwyz realisiert wird: Sie und ihre Teamkollegin vermitteln und begleiten verbindliche und längerfristige persönliche Patenschaften für unbegleitete Kinder und Jugendliche. … Eine aus Syrien geflohene Menschenrechtsaktivistin berichtet über kaum zu ertragende Zustände in ihrer Heimat und dass sie ihre inzwischen erwachsene Tochter nicht in die Schweiz holen darf.

Das waren die vier Marschhalt-Posten auf dem „Weg der Menschenrechte“ vom Missionshaus Bethlehem Immensee zum RomeroHaus in Luzern. Etwa siebzig Mitwandernde lernten in Kurzinterviews und Minireferaten unterschiedliche Facetten der Situation von Menschen kennen, die aus krisengeschüttelten Ländern in die Schweiz geflüchtet sind. Die Zuhörenden schwiegen betroffen und nachdenklich, durften erleichtert aufatmen oder kämpften auch schon mal bestürzt mit den Tränen.

„Und warum bist du dabei? Warum engagieren Sie sich für Menschenrechte?“ wurden die Teilnehmenden auf den Wegstrecken von jungen Mitwanderenden befragt, die sich ihrerseits schon für ein Hospitationspraktikum in Lateinamerika, Afrika oder Asien (HOPLAA) verpflichtet hatten. Die Antworten der Teilnehmenden  – so vielfältig sie waren – hatten einen gemeinsamen Nenner, wie ein Riesenpuzzle beim Abschluss im RomeroHaus aufzeigte: Ein leidenschaftliches Engagement für eine gerechtere Welt.

Die Veranstalter und Organisatoren – COMUNDO im RomeroHaus Luzern und Amnesty International Gruppe Luzern sowie die ehemalige Gruppe Amnesty International Immensee – danken allen teilnehmenden und unterstützenden Personen herzlich für ihr tatkräftiges Mitwirken, für viele motivierende Gespräche und ein freundschaftliches Miteinander auf der Wanderung – für die Menschenrechte!

Für den Bericht: Anette Lippeck, Amnesty International Gruppe Luzern

Todesstrafe

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Ein Text von Lothar aus unserer Gruppe:

Während die Todesstrafe weltweit seit 1945 in immer weniger Staaten praktiziert wird, scheint es gerade in den noch immer praktizierenden Staaten eine Gegenbewegung zu geben. So war gerade erst im veröffentlichten Amnesty International Jahresbericht zu lesen, dass die Zahl der registrierten Hinrichtungen zwar von 2015 auf 2016 von 1634 auf 1032 sank. Trotzdem werden wieder deutlich mehr Todesurteile ausgesprochen. 2015 waren es 1998, im Jahr 2016 aber wieder 3117. Der Anstieg geht nun vor allem von einigen afrikanischen Staaten wie Nigeria, Kamerun, Somalia oder Sambia aus. Iran, Irak, Saudi-Arabien und Pakistan vollzogen 2016 die meisten registrierten Hinrichtungen – wobei diese in Pakistan erst 2014 erneut eingeführt worden ist. Die meisten vollstreckten Todesurteile werden zur Zeit aber wahrscheinlich in Asien ausgeübt werden. Verschiedene Schätzungen gehen bei China in die tausende pro Jahr, auch Vietnam wird hier immer wieder kritisiert. Verlässliche Zahlen aus China oder Vietnam gibt es nicht. Öffentlichkeit, aber auch Angehörige bleiben oft bewusst uninformiert. Als einzigstes europäisches Land hält die weissrussische Diktatur ebenfalls daran fest.

Von den praktizierenden Ländern werden die Abschaffung der Todesstrafe, wie auch die Menschenrechte im allgemeinen, gerade von autoritären Regimen zunehmend als rein westliche bzw. europäische Sichtweise interpretiert und darum dann als illegitime Einmischung in die Souverainität oder Bevormundung dargestellt. Mit bewusster medienwirksamer Provokation wird das Thema so aber auch politisch zur eigenen Abkapselung verkauft, da Hinrichtungen heutzutage in Europa weitgehend als fast mittelalterlich-barbarisches Instrument gelten.

Die Todesstrafe wird begründet mit ihrer generell abschreckenden Wirkung, welche heute sehr angezweifelt wird – oder aber auch der Schwere einer begangenen Tat. Deren moralische Rechtfertigung einer zusätzlichen Tötung und dem Leid etwaiger Angehöriger ebenfalls zweifelhaft erscheint. Abgesehen von Irrtümern, Ungleichbehandlung bei der Urteilssprache gegenüber Rasse, Etnie oder Religion; oder gar dem Zustandekommen eines solchen Urteils durch unfaire Verfahren, offenbaren gerade die Anwendung der Todesstrafe, wie auch die Einschränkung von Menschenrechten oder Pressefreiheit grundsätzliche Misstände einer Politik oder eines Staates. Dessen grundlegende Instabilität und oft auch Überforderung eines Regimes.

Es bleibt immer noch viel zu tun im Kampf gegen die Todesstrafe bei Staaten welche diese aus historischen Gründen bisher nicht abgelegt haben. Gegen ihre Wiedereinführung, gerade wenn durch die Diskussion etwa in der Türkei banalisierend damit provoziert wird, oder gar dafür demnächst geworben werden sollte.

Weitere Informationen:

https://www.welt.de/politik/ausland/article163606516/Vier-Laender-verantworten-90-Prozent-der-Hinrichtungen.htmlhttps://todesstrafe-nachrichten.jimdo.com/archiv-suche/april-2017/https://todesstrafe-nachrichten.jimdo.com/

 

Generalversammlung 2017 Amnesty International Schweiz

ae289328-26d0-454f-829d-24192f425bfa.jpegDie Generalversammlung von Amnesty International Schweiz hat in Basel am 22.04.2017 / 23.04.2017 stattgefunden. Hauptthema der diesjährigen Generalversammlung war der Appell gegen die sture Anwendung der Dublin-Verordnung.

Mehr Informationen und die Möglichkeit den Appell zu unterzeichnet findet man hier:

https://www.dublin-appell.ch/de/

Zudem hat sich Amnesty Schweiz für die Freilassung von inhaftierten Medienschaffenden in der Türkei ausgesprochen. Die Türkei hält den Rekord bei der Einschränkung der Pressefreiheit. Seit dem verhängen des Ausnahmezustandes wurden mehr als 120 Journalisten, Herausgeber und andere Medienangestellte in Gefängnisse gesteckt.

Ausserdem forderten die Aktivistinnen und Aktivisten ein Antidiskriminierungsgesetz zum Schutz der Rechte von LGBTI* in der Schweiz.

Mehr Informationen zur Generalversammlung gibt es hier: www.amnesty.ch

RomeroTag 2017: «El Salvador – 25 Jahre nach dem Bürgerkrieg»

Dieses Jahr wäre Oscar Romero 100 Jahre alt geworden. COMUNDO führt die RomeroTage alljährlich im Gedenken an seinen Todestag, dem 24. März 1980, durch. Mitglieder der Amnesty Luzern Gruppe haben den Anlass am 24.03.2017 besucht und schreiben über das erlebte in diesem Blogpost.

Zu Beginn gab es ein Impulsreferat von David Morales zum Thema: Der stetige Kampf um Demokratisierung, Gerechtigkeit und Frieden. Am Beispiel von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero.

Anschliessend fanden zwei Foren statt. Eines davon widmete sich dem Thema:“Die vergessenen Flüchtlinge aus El Salvador.“ Geleitet wurde dieses von Annika Salmi, Koordinatorin Zentralamerika bei der Schweizer Selktion von Amnesty International.

Die Unfähigkeit der Staaten am nördlichen Dreieck (El Salvador, Honduras und Guatemala), die schnelle Ausbreitung der Banden und ihre Kontrolle über ganze Landstriche zu stoppen, gekoppelt mit der Mitwirkung von Übergriffen durch häufig korrupte Sicherheitskräfte, überlässt die Menschen ungeschützt der Gewalt. Nicht nur ihr Leben und ihre Sicherheit sind bedroht, sondern auch andere Menschenrechte werden verletzt, wie das Recht auf Freizügigkeit und auf Bildung

Mehr Informationen zu El-Salvador sind auf der Webseite der El Salvador Koordinationsgruppe von Amnesty International Deutschland abrufbar.
Unter diesem Link kann der Amnesty Zentralamerika-Alert mit den neusten Beiträgen zur Region abonniert weden.

Ein weiteres Thema welches behandelt wurde waren die «Maras». Dazu gibt es auf Arte eine Reportage welche erklärt wie die Maras an die Macht wollen. Viele Maras Gang-Mitglieder sind während des Bürgerkrieges in die USA migriert. Nun kehren sie nach El Salvador zurück und treiben dort ihr Unwesen.

Unsere Art „Freiheit“

Man kann es auf der Homepage der SVP nachlesen: Durch die Volksinitiative „Schweizer Recht statt fremde Richter“ sollen Rechtsicherheit und Stabilität wiederhergestellt, die direkte Demokratie gar gerettet werden. Es wird Unabhängigkeit versprochen, und auch noch gleich Wohlstand und wirtschaftlicher Erfolg prophezeit. Sogar mit dem „unbändigen Drang unserer Vorfahren nach Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung“ wird argumentiert. All dies soll Realität werden, wenn wir erst einmal ja sagen zu der Forderung, dass – ja, haben Sie den Initiativtext sorgfältig durchgelesen?

Nein? Das ist verständlich: Der Initiativtext ist, im Unterschied zu den Anpreisungen, die sehr simpel daherkommen, so verklausuliert, dass man juristisch schon sehr versiert sein muss, um zu erkennen: Es geht hier nicht ganz unwesentlich auch um die Kündigung der Schweizerischen Arbeitsbeziehungen zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg! Das ist ein tiefer Schnitt ins eigene Fleisch. Die Schweiz hat kein Verfassungsgericht, und die Rechtsstaatlichkeit der Schweiz wäre bei einer Annahme der Initiative empfindlich geschwächt.

Das sind die Fakten: Die Schweiz ist seit 1963 Mitglied des Europarates und hat 1974 die Europäische Menschenrechtskonvention ratifiziert. Die EMRK schreibt unter anderem das Verbot der Folter und unmenschlicher Behandlung fest. Seit dem Bestehen des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte (1959) wurden Schweizer Gerichte in 87 Urteilen angewiesen, das Urteil des eigenen höchsten Gerichtes zu revidieren. Das sind gerade mal 1,6 % aller schweizerischen Dossiers.

Menschenrechte schützen, weltweit – das ist die Art „Freiheit“, wie sie Amnesty International definiert. Und wie sie hoffentlich auch von unseren Vorfahren in der Schweiz gewünscht worden ist.

 

Weitere Informationen gibt es hier: http://www.schutzfaktor-m.ch/

Youth on the run

Ein Text von Lothar aus unserer Gruppe:

Lassen sich Erfahrungen der Flüchtlinge auf ihrem langwierigen Weg in den europäischen Wohlstandsgesellschaften vermitteln? In den 1990er Jahren entwickelte der dänische Pädagoge Steen Cnops Rasmussen sein Konzept „På flukt“ (Auf der Flucht). Mittlerweile gibt es außer in Skandinavien auch Ableger in Italien, Deutschland und Österreich um v.a. die Jungend für das Thema zu sensibilisieren.

Das Programm nennt sich hier „Youth on the Run“ und wird vom jeweiligen Roten Kreuz organisiert. Die Teilnehmer sollen versuchen im Rollenspiel-Senario als Familie zunächst eine legale Ausreise zu erhalten. Plötzlich Tumult. Je nach Programm hört man zB. auch echte Schüsse. Rebellen haben nun die Macht übernommen. In den folgenden 24 Stunden werden die Teilnehmer zu Flüchtlingen. Zum Teil übernehmen echte Flüchtlinge Rollen von Militärs, Autoritäten oder „Helfern“. Man soll Erniedrigung und Strapazen am eigenen Leib erleben. Was sehr spielerisch beginnt steigert sich durchaus zur nervlichen Herausforderung, hinzukommen Nässe, Kälte und Schlafmangel.

Die Identitäten scheinen zwar stereotyp gewählt. Die verschiedenen Herkunftsländern realer Flüchtlinge unterscheiden sich eben so stark wie die Fluchtursachen. Dennoch, machen viele Flüchtlinge ähnliches durch. Niemand flieht freiwillig oder lässt Besitz, Familie und Freunde leichtfertig in Unsicherheit ob es jemals ein Wiedersehen gibt, zurück. Ob Youth-on-the-Run Menschen überzeugen oder sensibilisieren kann, oder ob es eher makaber scheint nun ein Rollenspiel daraus zu machen? Der Ansatz will vielleicht auch provozieren und das Thema damit ins Gespräch bringen. Interessant ist diese pragmatische, vielleicht auch etwas skandinavische Herangehensweise damit auf jeden Fall.

Einen Bericht zum anhören gibt’s bspw. beim Podcast des Deutschlandfunks:
http://www.ardmediathek.de/radio/Das-Wochenendjournal-Deutschlandfunk/DRK-Landesverband-Sachsen-Anhalt-Rolle/Deutschlandfunk/Audio-Podcast?bcastId=21554032&documentId=39034128

Im deutschsprachigen Raum bietet das Österreichische Rote Kreuz konkrete Events an:
http://www.get-social.at/yotr

Rückblick Tübeliaktion vom 10.12.2016

Anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte verteilten wir auch dieses Jahr selbstgemachte Guetsli in Form von Tauben auf dem Schwanenplatz. Daneben verkauften wir die Kerzen der Freiheit und sammelten Unterschriften für den Briefmarathon.

Die Aktion war ein voller Erfolg. Wir haben ungefähr 65 Kerzen der Freiheit verkauft und etwa 33 Briefe im Rahmen des Briefmarathons verschicken können.

Herzlichen Dank für den wertvollen Einsatz für die Menschenrechte.

Lehrer als Marktverkäufer

Ein Text von Ibrahim aus unserer Gruppe:

Im Tagesschau-Beitrag der SRF-Korrespondentin Ruth Bossard vom 11.11. 2016 lernen wir Haydar aus Dersim (Tunceli) kennen. Am Morgen steht Haydar auf und geht auf den Markt, um seine Waren, die er aus der Heimat gebracht hat, zu verkaufen – Honig, Bohnen und Käse. Still, nachdenklich und etwas ratlos steht er am Stand, wartet auf seine Kunden. Sein Leben hat sich um 180° geändert. Er ist nicht mehr ein Lehrer, sondern er steht in Istanbul an einem Stand als Marktverkäufer. Jetzt muss er sich an einen neuen Rhythmus gewöhnen. 29 Jahre als Lehrer an einer Schule arbeiten und dann entlassen werden, ohne zu wissen, was der Grund ist. Haydar ist nicht allein in dieser Situation. Tausende Lehrer/innen haben ihre Jobs wie Haydar beim Staat verloren. Warum es so ist, wurde ihnen nicht mitgeteilt, aber wer der Situation in der Türkei folgt, kann es vermuten. Momentan herrscht eine unvorstellbar grausame Atmosphäre im Land, obwohl Erdogan vor kurzem bei einem Interview sagte: „Die Bevölkerung war nie so frei in der türkischen Geschichte wie jetzt“. Aber wer sich äussern möchte, muss sich zweimal überlegen, was er sagen will. Ohne rechtliche Beweise wird man entweder mit dem Terrorvorwurf rasch vor Gericht gestellt oder wie Lehrer Haydar entlassen – darunter Journalisten, Akademiker, Politiker, Menschenrechtaktivisten/innen etc.

Seit dem bereits fast vergessenen Putschversuch wurden ca. 38’000 Lehrpersonen entlassen. Die Regierung nimmt den Putschversuch als Vorwand, um ihre Kritiker verstummen zu lassen. Von diesen Entlassungen wurde vor allem das kurdische Gebiet betroffen, welches oft ein Exil-Ort für die oppositionellen Behörden war. Viele idealistische Menschen wie Haydar haben studiert und wollten in ihrer Heimat etwas ändern. Anstatt ihre Arbeit und Bemühung zu schätzen und sie zu fördern, werden sie von der Regierung als Gefahr angesehen.

So wie er Ruth Bossard erzählt, haben viele Schüler/innen seit einem Monat keine Schule mehr oder es werden Personen ohne pädagogische Ausbildung als Lehrer/in angestellt. So setze der Staat die Zukunft seiner Einwohner/innen aufs Spiel, meint Haydar und trotz allem will er sein Verfahren bis zum europäischen Gerichthof ziehen. Ob er das schafft oder nicht, werden wir vermutlich nicht mitbekommen, aber er zeigt sich kämpferisch und möchte gerne wieder seine Schüler/innen unterrichten. Als Marktverkäufer hatte er am Anfang grosse Mühe. Es sei ihm peinlich gewesen und er konnte kein Geld verlangen. Jetzt versucht er, mit dem Verkauf zu überleben, bis sich etwas verändert. Haydar und seine Berufskollegen versuchen optimistisch zu sein, doch es gibt momentan wenige Gründe dafür. Die Menschen warten auf einen unerwarteten Wind, der die Atmosphäre im Land ändern wird. Wie es weitergeht, weiss niemand. Vielleicht solange, bis die Regierung ihr Ziel erreicht hat. Leider verschlechtert sich die Menschenrechtslage im Land von Tag zu Tag.