Veranstaltungshinweis: Aktionswoche Asyl vom 15.-23. Juni 2019

aasyl19_banner

Bereits zum sechsten Mal findet vom 15. – 23. Juni 2019 die Aktionswoche Asyl statt. Ein buntes Programm lädt die Luzerner Bevölkerung dazu ein, sich mit den Themen Flucht und Asyl auseinanderzusetzen und in direkten Kontakt zu Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen zu treten.
Theater, Podiumsveranstaltungen, Picknicks, Tanzstunden, Workshops, Diskussionen, Rundgänge, Gottesdienste, Begegnungen in Cafés, Bars, Gärten und Museen, Kinder- und Familiennachmittage, Sport und Spiel, Speis und Trank – bei vielen Gelegenheiten treffen sich während der Aktionswoche Menschen aus verschiedensten Herkunftsländern.
Den Auftakt bilden die Inputveranstaltung der Caritas Luzern zum „neuen Asylverfahren“ und ein gemütliches PICKNICK FÜR ALLE von Solinetz Luzern. Ein BegegnungsFest und ein Gottesdienst zum Thema Migration schliessen diese abwechslungsreiche Woche ab.
Mit einem BegegnungsFest von HelloWelcome (unterstützt durch die Institutionen der Trägerschaft) wird gemeinsam der Start in den Sommer bei Essen, Musik und Spiel gefeiert.
Die Trägerschaft der Stadtluzerner Aktionswoche Asyl setzt sich zusammen aus SAH Zentralschweiz, Caritas Luzern, Katholische Kirche Stadt Luzern, Reformierte Kirche Stadt Luzern, ECAP, Amnesty International Gruppe Luzern, HelloWelcome, Solinetz Luzern und Luzerner Asylnetz.
Die vielen im ganzen Kanton Luzern stattfindenden Veranstaltungen sind auf der Website http://www.aasyl.ch vorgestellt.

Hier finden Sie das vollständige Programm der Aktionswoche.

Am Dienstag, 18. Juni 2019 von 17.30- 20.30 Uhr findet der Workshop Zvilcourage statt, welcher von uns und dem SAH Zentralschweiz organisiert wurde. In diesem Workshop üben Sie zusammen mit Schauspielern und Expertinnen, wie Sie trotz
Angst und Unsicherheit Konfliktsituationen erkennen und besser auf diese reagieren können. Wir freuen uns auf viele Teilnehmende.

Treffpunkt: SAH Zentralschweiz,
Anmeldung: bis 17. Juni an migration@sah-zs.ch
Die Teilnehmendenzahl ist beschränkt

Rückblick Weg der Menschenrechte 2019

Weg der Menschenrechte 2019

Der Weg der Menschenrechte wurde 2019 bereits zum 32. Mal durchgeführt. Trotz kaltem Wetter nahmen ca. 50 Personen teil. Der Weg stand dieses Jahr ganz im Zeichen der Frauenrechte. Mit Cécile Bühlmann (Alt-Nationalrätin) sowie mit Stefanie Rinaldi (Vizepräsidentin Amnesty International Schweiz) beleuchteten unterwegs zwei engagierte Referentinnen das Thema Frauenrechte in der Schweiz und weltweit.Cécile Bühlmann fokussierte sich auf die Frauenrechte in der Schweiz und berichtete einerseits von der Schweizer Frauenbewegung nach 1968 und andererseits über die Situation der Frauen heute in der Schweiz. Nach den Inputs von Cécile Bühlmann wurde deutlich, dass dank des Engagements der Frauen ab den 70-er Jahren, die Frauen von heute viele Rechte erhalten haben, die früher noch nicht selbstverständlich waren. Erst 1971 wurde z.B. das Frauenstimmrecht in der Schweiz eingeführt. Bis dahin galten die Frauen als «Bürger» 2. Klasse. Cécile Bühlmann zeigte in ihren Inputs den langen Weg des Kampfes für die Frauenrechte auf. Von den heutigen Frauen erwartet sie keine Dankbarkeit, jedoch wünscht sie sich, dass der Kampf weitergeführt wird. Denn die Frauen sind zwar vor dem Gesetz gleich, aber umgesetzt ist die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann in der Schweiz noch lange nicht. Die Inputs von Cécile Bühlmann können hier nachgelesen werden.

Stefanie Rinaldi berichtete über häusliche Gewalt und deren gesetzlichen Grundlagen in der Schweiz sowie über die weltweite #MeToo-Bewegung. Gemäss Angaben des Eidgenössischen Büros für die Gleichstellung von Frau und Mann werden täglich 11 Personen in ihrer sexuellen Integrität geschädigt. Davon sind 9 Frauen und Mädchen. Häusliche Gewalt führt alle 14 Tage zu einem Todesfall. In der Sondersession vom Mai 2017 hat der Nationalrat die Ratifizierung der Europarats-Konvention zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt (Istanbul-Konvention) genehmigt. Die Schweiz erfüllt grundsätzlich die Forderungen der Konvention, doch bleibt noch einiges zu tun. Mehr zur Istanbul-Konvention erfahren Sie hier.

Stefanie Rinaldi berichtete ebenfalls über das weltweite Hashtag MeToo, das ursprünglich 2006 von der Aktivistin Tarana Burke im Rahmen einer Kampagne, ins Leben gerufen worden ist. Nach dem Weinsteinskandal erfuhr das Hashtag eine grosse Verbreitung in den sozialen Netzwerken und Frauen wurden ermutigt, über Tweets auf das Ausmass sexueller Belästigung und sexueller Übergriffe aufmerksam zu machen. Das Hashtag MeToo hat eine weltweite Debatte über den Stand der Gleichberechtigung von Frau und Mann angestossen.

Der Weg der Menschenrechte der 2019 bereits zum 32. Mal durchgeführt worden ist, wurde von COMUNDO, dem Verein Bethlehem Mission Immensee und von der Amnesty Lokalgruppe Luzern organisiert. Einmal mehr gab der Weg eindrückliche Einblicke in das Thema Menschenrechte.

Weg der Menschenrechte am Samstag 13.04.2019, Einsatz für Frauenrechte in der Schweiz und weltweit

Von 15.45 – 22.30 Uhr vom Missionshaus Bethlehem Immensee ins RomeroHaus Luzern

Trotz Lippenbekenntnissen und wichtiger Errungenschaften ist
die Gleichstellung von Männern und Frauen auch in der Schweiz
noch längst keine Realität. Vieles deutet sogar darauf hin, dass
weltweit und auch hierzulande versucht wird, das Rad der Geschichte
zurückzudrehen: Sexismus wird zusehends salonfähig;
toxische Männlichkeit erlebt ihr Comeback; traditionelle Rollenmuster
sind wieder cool. Umso wichtiger sind eine Standortbestimmung
und die Frage, inwiefern denn die Menschenrechte
auch für Frauen vollumfänglich gelten, und wo dringender Handlungsbedarf
besteht. Dazu möchten wir uns am diesjährigen
„Weg der Menschenrechte“ inspirieren und ermutigen lassen.

Referentin ist unter anderem Stefanie Rinaldi von Amnesty Schweiz.

Die Gruppe Luzern freut sich über Ihre Teilnahme am Weg der Menschenrechte.

Der Flyer mit dem Programm ist hier aufrufbar.

Romerotag – Rechte statt Rosen!

foto_demo_6391

Am Freitag 22. März ab 16.30 Uhr organisieren wir zusammen mit Comundo, PBI und der Theologischen Bewegung für Solidarität und Befreiung den Romerotag 2019. Mit dem Thema «Rechte statt Rosen – Frauenbewegungen in Lateinamerika gegen die alltägliche Männergewalt» konnten wir auch in diesem Jahr ein aktuelles und spannendes Thema vorbereiten. Über eine Teilnahme freuen wir uns. Anmeldung unter: https://www.comundo.org/de/agenda/agenda/?823/RomeroTag-2019-Rechte-statt-Rosen

Der Flyer ist unter diesem Link aufrufbar: Flyer ZCH RomeroTage 2019

Die Gretchenfrage

Unsere Gretchenfrage wurde überzeugend beantwortet.

AMNESTY INTERNATIONAL, Gruppe Luzern

Wir wissen es wahrscheinlich noch aus der Schulzeit: J.W. v. Goethe lässt in seiner Tragödie Faust I die bescheidene junge Frau Margarete, genannt Gretchen, dem weltmännischen Heinrich Faust im entscheidenden Moment ihrer Begegnung die Frage stellen:

„Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Du bist ein herzlich guter Mann, allein ich glaub, du hältst nicht viel davon.“

Amnesty International nun arbeitet strikt unabhängig von politischen und religiösen Bekenntnissen. Hier stellt sich die Gretchenfrage anders: „Nun sag, wie hast du‘s mit den Menschenrechten?“.

Religion und Menschenrechte – vielleicht ein Widerspruch?

Mitnichten! Dass sich eine weltoffen gelebte Religiosität und ein gezieltes Engagement für die Menschenrechte gegenseitig nicht ausschliessen, sondern erfolgreich ergänzen können, haben wir am Sonntag, den 4. November 2018 am Vormittag in der Reformierten Kirche Sarnen überzeugend erfahren.

„Zur Freiheit berufen“ war das Thema des Gottesdienstes, an den uns Pfarrer Michael Candrian und Chordirigent Erwin Mattmann eingeladen hatten. Die Kirche war fast bis auf den letzten Platz besetzt, als Gefangenlieder von J.S. Bach, G. Verdi und L. v. Beethoven erklangen. Sie gaben auch unserem Einsatz für die Menschenrechte einen stimmigen Rahmen.

Wir erhielten eine Plattform von fünfzehn Minuten, um über die weltweiten Aktivitäten von Amnesty International zu referieren und aufzuzeigen, wie unsere Organisation in einer ganz konkreten willkürlichen Gefangennahme eines Unschuldigen – wir wählten den Blogger Mahadine im Tschad – eine Freilassung erreicht hat. Und wir waren spürbar willkommen, als wir die Anwesenden baten, Briefe gegen das Vergessen zu unterzeichnen, um junge Mädchen in Burkina Faso vor Zwangsverheiratung zu schützen – eine Art familiärer Gefangennahme.

Wir waren gerne an diesem kirchlichen Anlass dabei, denn auch die sorgsam ausgewählten Texte und Kirchenlieder griffen das Thema einer ungerechten Gefangenschaft auf und wurden in der Predigt zu überzeugenden Aussagen über die menschliche Freiheit verdichtet.

Amnesty International war in Sarnen herzlich willkommen – das zeigte sich nicht nur bei der Unterschriftensammlung für die jungen Mädchen in Burkina Faso, sondern auch beim Kerzenverkauf, bei den spontanen Geldspenden und bei der Höhe der eingenommenen Kollekte. Und so ganz nebenbei haben wir auch in persönlichen Gesprächen nach dem Gottesdienst für ein Nein gegen die gefährliche Selbstbestimmungsinitiative der SVP werben können …

„Wie also hast du es mit den Menschenrechten?“ Die Frage ist zur grossen Zufriedenheit beantwortet. Menschenrechte sind ein zutiefst christliches Anliegen. Wir würden unsererseits gerne zu einer weiteren Zusammenarbeit einladen, denn Sie, liebe Pfarreimitglieder in Sarnen, und wir von Amnesty International – wir wollen grundsätzlich dasselbe: Menschenrechte. Weltweit. Für alle.

Rückblick Aktion gegen die „Fremde Richter“ -Initiative vom 27.10.2018

Blickgeschichten

von Amnesty International, Gruppe Luzern

 Sursee, Martigny-Platz, 27. Oktober 2018, 9.00 Uhr. Es ist nasskaltes Wetter, und sieben Gruppenmitglieder haben eine Standaktion an strategisch günstiger Stelle in dieser gemütlichen Kleinstadt organisiert.

Wir wollen Werbung machen: Gegen die unsagbar gefährliche Selbstbestimmungs-Initiative der SVP. Für die Menschenrechte in der Schweiz. Und in Europa.

Die Blickgeschichten begannen schon beim Aufstellen unseres Zeltes. Die Marktfrauen und -männer schielten interessiert zu uns hin und schauten erst wieder beruhigt zu ihren Ständen, als sie merkten, dass wir keine Gemüseverkaufskonkurrenz sind.

Dachten sie wohl: „Ah, das kennt man ja. Wieder so eine Politpartei.“? Wir stellten schnell fest, dass wir freundliche und wohlwollende Blicke erhielten. Amnesty International schien hier bekannt zu sein, zumindest aber toleriert.

Eine sympathische Kleinstadt, fanden wir.

Die fremdländisch aussehende Marktfrau, bei der zwei von uns sich später mit Hummus, Falafel und gefüllten Weinblättern verpflegten, schickte uns sogar ihr Töchterchen zur Befragung: „Was macht ihr hier?“ Das allerdings hatten wir in unserer vorgängigen Argumentationsschulung nicht geübt: Wie erklärt man einem etwa achtjährigen Mädchen mit wachen Blick aus dunkelbraunen Augen, was Menschenrechte sind? Und dass es tatsächlich erwachsene Leute mit chronischem Europa-Verdruss gibt, die eben diese Menschenrechte abschaffen möchten? Dass es tatsächlich grosse Leute gibt, die eine jahrzehntelange intensive Aufbauarbeit für Freiheit, Demokratie und Minderheitenschutz zerstören möchten?

Wir gingen vor der kleinen Fragestellerin ein wenig in die Knie und gaben unser Bestes – in kindgerechter Sprache. Die Kleine hörte mit wachem Blick zu, fand uns offenbar sehr nett und nahm höflich dankend zwei Döschen mit Traubenzucker an. Eines für das Geschwisterchen.

Drei Stunden  – so lange dauerte unsere Aktion – sind eine lange Zeit, wenn man zwar warm angezogen ist, aber die feuchte Kälte trotzdem durch die Kleidung dringt. Unzählige unserer Blickkontakte zu den Passantinnen und Passanten hin fragten freundlich: „Dürfen wir Sie ansprechen? Dürfen wir Ihnen einen Flyer geben? Dürfen wir mit Ihnen ins Gespräch kommen?“

Wir erhielten sehr viele interessierte Blicke zurück, und die Angeblickten blieben stehen und nahmen gerne einen Flyer entgegen. Oder stellten kritische Fragen. Mütter und Väter erlaubten uns, ihren Kindern ein Traubenzuckerdöschen zu geben. (Und nahmen selbst gerne eines mit.)

Es gab aber auch  – zum Glück eher selten – in den Blickkontakten stumme ärgerliche Aufforderungen, die wir so interpretierten: „Lasst mich in Ruhe. Ich habe es eilig und kalt und satt mit der Politik.“ Und es gab auch schon mal jemand sehr Geheimnisvollen, der uns mit ärgerlichem Unterton und finsterer Miene mitteilte: „Ich weiss schon, was ich wähle.“ Nun ja – wir gaben ihm ein freundliches „Schönen Tag noch!“ mit auf den Weg.

Wenn aber der Blick einladend und offen war, konnte dieser Satz ‚Ich weiss schon, was ich wähle‘ auch ein Bekenntnis in unserem Sinne sein: „Ganz klar – ich stimme nein.“ Und dann lächelten wir von Amnesty International und nickten mit dem Gesprächspartner im stillen Einverständnis.

Später am Vormittag gab es ein unverhofftes Highlight: Eine lange Prozession mit den Delegierten einer Mitte-links-Partei marschierte in kleinen Gruppen eilends und ins Gespräch vertieft an uns vorbei – sie wollten partout keinen Flyer, wirklich nicht –  fanden aber doch noch Zeit, uns zuzurufen: „Wir haben eben die Nein-Parole beschlossen.“

Bingo! Aus lauter Freude spendierten uns zwei unserer Mitglieder eine Runde Kaffee und Gipfeli.

Nicht zuletzt gab es viele kurze und eindrückliche politische Begegnungen mit Menschen, die im Gespräch durchblicken liessen, dass sie sich schon vertieft mit der Initiative und ihren Folgen auseinander gesetzt haben. Dass sie die widerspruchsvolle Farce der SVP-Argumentation durchschaut haben. Oder Menschen, die uns aufmerksam zuhörten, ihre Wenns und Abers freimütig äusserten und mit einem ernsthaften Blick signalisierten: „Machen Sie weiter so. Ich lass es mir mal durch den Kopf gehen. Sie könnten mich überzeugen.“ Nun, dafür waren wir ja da: Um Überzeugungsarbeit zu leisten.

Und es gab auch jemand, der heftig bekannte: „Wenn diese Initiative durchkommt – ich schäme mich für die Schweiz.“

Eigentlich sind drei Stunden in Kälte und Regen keine so lange Zeit – wenn man bedenkt, was an Arbeit und Mühsal auf die Schweiz zukommt, wenn diese Volksdiktaturinitiative nicht abgewehrt werden kann. Dann wird es noch auf eine ganz andere Art kalt und ungemütlich in der Schweiz werden.

Veranstaltungshinweis: „Ich bin auch ein Mensch“ Demo für die Rechte von geflüchteten Menschen

Wann: Donnerstag, 05. Juli 2018 Besammlung um 17.00 Uhr, Start um 18.30 Uhr

Wo: Mühlenplatz Luzern

Die Demonstration wird vom Solinetz Luzern veranstaltet. Die Amnesty Gruppe Luzern begrüsst diese Demonstration und ruft im Sinne für die Rechte von geflüchteten Menschen zu einer zahlreichen Teilnahme auf.

Hier ist die Veranstaltung auf Facebook aufrufbar und hier der Flyer in Deutsch und sieben weiteren Sprachen.

Bild könnte enthalten: Text

 

Rückblick Weg der Menschenrechte vom 26. April 2018

Weg der Menschenrechte
Globale Geschäfte – globale Verantwortung
26. April 2018

20180428_172724

Die Reise am 31. Weg der Menschenrechte führte von der Schweiz über Peru nach Kolumbien und zurück in die Schweiz. Zirka 60 Personen waren gemeinsam von Immensee nach Luzern für eine verantwortungsvolle Weltwirtschaft unterwegs.

Der Weg stand ganz im Zeichen der Konzernverantwortungsinitiative, die Schweizer Multis in die Pflicht nehmen will, ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt auch im Ausland zu übernehmen. Drei Referierende zeigten unterwegs auf, welche Wirkung die Umsetzung der Konzernverantwortungsinitiative vor Ort mit sich bringen würde.

Die Schweiz beherbergt die meisten Grossunternehmen im Bereich des Rohstoffhandels. Neben diesen Rohstofffirmen gibt es weitere Multis, die ihren Sitz zwar in der Schweiz haben, aber auch im Ausland tätig sind. Sonja Kaufmann vom Fastenopfer zeigte auf, dass die Initiative vorsieht, neu für Schweizer Unternehmen eine Sorgfaltspflicht einzuführen und falls nachgewiesen wird, dass Menschenrechte oder Umweltstandards im Ausland nicht eingehalten werden, können diese Unternehmen in der Schweiz angeklagt werden. Die KMU-Unternehmen wären davon ausgeschlossen.

Eindrücklich schilderte Xavier Jahncke von Red Muqui, welche Auswirkungen die Geschäftstätigkeiten des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore auf die Umweltverschmutzung und Beeinträchtigung der Gesundheit der lokalen peruanischen Bevölkerung mit sich bringen. Der Konzern will seine Tätigkeiten (auch mit Hilfe der lokalen Regierung) ausbauen, er stösst jedoch auf aktiven Widerstand. Um diesem Widerstand entgegenzuwirken, erliess die peruanische Regierung für den Süden Perus den Ausnahmezustand, was bedeutet, dass jede Versammlung von Menschen auf den Strassen mit polizeilicher Gewalt untersagt wird. Aktivisten, die sich gegen die Schweizer Grossunternehmen wehren, werden somit von der eigenen Regierung kriminalisiert.

 

Stephan Suhner vom Arbeitskreis Schweiz-Kolumbien (ask) wiederum berichtete von der Situation in Kolumbien, wo ebenfalls Glencore verantwortlich für die Verschmutzung der Umwelt und die Vertreibung der indigenen oder afro-kolumbianischen Kleinbauerngemeinschaften ist.

Am Schluss zeigte Xavier Jahncke auf, was die Schweizer Bevölkerung für Peru tun kann: Z.B. mit der Konzerninitiative auf Grossunternehmen, aber auch auf die Schweizerische Politik Druck ausüben und das Konsumdenken im Hinblick auf die digitalen Geräte überdenken. Denn die Metalle, die in Peru oder in Kolumbien abgebaut werden, werden z.B. für unsere Smartphones oder Computer benötigt. Der Hunger nach Metallen wird im Westen in den nächsten Jahren wohl nicht so schnell zurückgehen. Daher braucht es die Konzernverantwortungsinitiative, die verbindliche Regeln für Schweizer Konzerne zum Schutz von Mensch und Umwelt, auch bei Auslandtätigkeiten schafft.

Der Weg der Menschenrechte wurde von COMUNDO getragen, der führenden Organisation in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit (PEZA).

Weiterführende Links:

Konzernverantwortungsinitiative

Film von Red Muqui: Historias de Agua (Spanisch)